Jänner, halb sechs Uhr früh. Im Bad öffnet ein Ventil, und der Kessel springt an. Nach zwei Minuten geht er wieder aus, weil er das warme Wasser nirgends hinschicken kann. Kurz darauf versucht er es noch einmal. Und noch einmal. Sie schlafen und merken nichts davon. Der Kessel schon.
Ventile, die nicht mit dem Wärmeerzeuger reden, können ihm das Leben verkürzen.
Ein smartes Ventil allein heizt nicht
Das Ventil am Heizkörper oder am Verteiler der Fußbodenheizung macht genau eine Sache: Es lässt warmes Wasser in den Raum oder eben nicht. Die Wärme erzeugt der Kessel oder die Wärmepumpe. Solange beide nichts voneinander wissen, regelt jeder etwas anderes: das Ventil die Raumtemperatur, der Kessel die Wassertemperatur. Die Heizung als Ganzes regelt niemand.
Genau das passiert bei Ventilen, bei denen jedes für sich entscheidet — ob batteriebetriebene Thermostatköpfe mit App oder einzelne Raumthermostate. Der Kessel heizt dann auch, wenn der Großteil des Hauses zu ist. Das Wasser ist in ein paar Minuten warm, der Brenner geht aus, das Wasser kühlt ab, der Brenner zündet wieder. Heizungsfachleute nennen das Takten.
Was ein Start kostet
Der Start ist für den Kessel der anstrengendste Moment im ganzen Betrieb:
- Das Gebläse spült zuerst die Brennkammer durch. Die Wärme, die darin geblieben ist, zieht durch den Kamin ab.
- Die Zündelektrode gibt den Funken, und das Gasventil öffnet. Beides nutzt sich mit dem Gebrauch ab.
- Der Wärmetauscher heizt sich schlagartig auf und kühlt ein paar Minuten später wieder ab. Metall mag dieses Hin und Her nicht.
- Die Umwälzpumpe drückt inzwischen Wasser gegen geschlossene Ventile.
Das Portal heizung.de der Viessmann-Gruppe fasst die Folgen des Taktens knapp zusammen: Die Heizung verschleißt schneller, verbraucht mehr Energie und stößt mehr Schadstoffe aus. Bei älteren Kesseln springt der Brenner in der Übergangszeit laut heizung.de durchaus alle zehn Minuten an. Das sind über hundert Starts am Tag.
Illustration: eine Stunde mit gleichem Wärmebedarf. Oben regelt jedes Ventil für sich, ohne den Kessel zu fragen, unten haben Ventile und Kessel ein Gehirn.
Bei der Wärmepumpe droht Frost
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe reagiert auf geschlossene Ventile noch empfindlicher. Wenn sie läuft, muss Wasser durch sie fließen. Und im Winter taut sie ab und zu ihre Außeneinheit ab — die Wärme dafür holt sie sich aus dem Heizwasser im Haus.
Sind in diesem Moment alle Kreise zu, hat sie nichts, woraus sie schöpfen kann. Die Planungsunterlagen der tschechischen Wärmepumpenfirma GT Energy sagen es unverblümt: Die Mindestmenge an Heizwasser darf nicht durch die Regelung eingeschränkt werden, etwa durch ein Ventil am Verteiler, sonst droht eine Störung oder sogar das Einfrieren und die Zerstörung des Wärmetauschers. Deshalb bekommen Wärmepumpen einen Pufferspeicher, oder ein Teil der Kreise bleibt dauerhaft offen. Und dort wird dann geheizt, auch wenn es niemand will.
Sind alle Ventile zu, steht das Wasser. BARAQ lässt deshalb Kreise dort offen, wo etwas zusätzliche Wärme nicht stört.
Ein Gehirn für Ventile und Wärmeerzeuger
BARAQ löst das einfach: Ventile, Kessel und Wärmepumpe steuert eine einzige Steuereinheit, ioMASTER. Sie weiß, welches Ventil offen ist, wie lange es zum Öffnen braucht und was der Wärmeerzeuger gerade tut. Danach stimmt sie die Zeiten ab:
- Der Kessel bekommt den Befehl erst, wenn ein Kreis offen ist. Ein thermoelektrisches Ventil braucht zum Öffnen einige Minuten. Erst danach schaltet sich der Kessel ein.
- Wenn schon heizen, dann richtig. Eine Heizanforderung dauert mindestens zehn Minuten, und zwischen zwei Anforderungen liegen mindestens fünf Minuten Pause. Öfter als viermal pro Stunde bekommt der Kessel so keinen Einschaltbefehl.
- Die Ventile öffnen gemeinsam. Die Räume beginnen ihren Heizzyklus im selben Moment, so bekommt der Kessel die Abnahme gebündelt statt tröpfchenweise.
- Kleiner Bedarf wird gesammelt. Fehlt einem Raum nur wenig Wärme, bekommt er nicht zehn kurze Portionen, sondern eine längere. In der Simulation ergibt das für einen Raum etwa einen Kesselstart pro Stunde.
- Die Pumpe kann nachlaufen. Nach dem Abschalten des Kessels bleibt der letzte Kreis noch drei Minuten offen.
- Der Wärmepumpe bleibt der Weg offen. Das System lässt eine Mindestzahl an Kreisen offen — zuerst im Bad und im Flur, wo zusätzliche Wärme nicht stört, das Schlafzimmer zuletzt. Kreise, die gerade ohnehin heizen, zählen mit.
Ein Gaskessel braucht dafür nichts Besonderes — BARAQ schaltet ihm den üblichen Kontakt für den Raumthermostat. Wie lange er während einer Anforderung tatsächlich brennt, regelt der Kessel selbst nach der Wassertemperatur; auch deshalb schickt ihm BARAQ die Abnahme gebündelt. Der Durchflussschutz funktioniert bei einer Wärmepumpe, die ans System angebunden ist und ihm ihren Zustand meldet.
So ist das System von Anfang an eingestellt. Jeden Wert können Sie in der App an den Kessel und die Ventile anpassen, die Sie zu Hause haben.
| Was überwacht wird | Standardwert |
|---|---|
| Dauer des Heizzyklus | 15 min bei Fußbodenheizung, 10 min bei Heizkörpern |
| Kürzeste Öffnung eines Ventils | 5 min |
| Kürzeste Pause eines Ventils | 2 min |
| Kürzeste Anforderung an den Kessel | 10 min |
| Pause zwischen Anforderungen an den Kessel | 5 min |
| Pumpennachlauf | 3 min |
| Offene Kreise bei Wärmepumpe | etwa ein Drittel, mindestens 2 |
| Ventil durchbewegen gegen Festsitzen | einmal pro Woche |
Einmal pro Woche streckt sich das Ventil
Ein Ventil, das sich ein halbes Jahr nicht bewegt, sitzt gern fest. Das tschechische Haustechnik-Portal TZB-info rät deshalb, die Ventile über den Sommer nicht geschlossen zu lassen. BARAQ verlässt sich nicht darauf: Ein Ventil, das sich eine Woche lang nicht gerührt hat, öffnet es für ein paar Minuten und schließt es wieder. Das passiert tagsüber, damit das Klicken niemanden weckt — und damit man das Ventil im Herbst nicht mit der Zange lockern muss.
Der Drehregler, den Sie vom Heizkörper kennen
Jedes Ventil hat in der App einen Drehregler wie ein alter Thermostatkopf: eine Schneeflocke und die Zahlen 1 bis 5. Meistens steht er auf AUTO, und über die Leistung entscheidet die Regelung. Wollen Sie einen Raum ausnahmsweise richtig aufheizen oder im Gegenteil zudrehen, tippen Sie auf eine Stufe. Die Kachel des Ventils trägt dann den Vermerk „Manuell“, damit das nicht in Vergessenheit gerät, und zurück zur Automatik bringt Sie ein einziger Knopf. Im Diagramm beim Ventil sehen Sie, wann und wie weit es offen war.
Jeder Raum lernt für sich
Ein Bad mit kleiner Bodenfläche verhält sich anders als ein Wohnzimmer mit einem Fenster über die ganze Wand. Die Regelung notiert sich deshalb für jeden Raum ein paar Zahlen:
- Wie schnell er auskühlt — wie viel Wärme er für jedes Grad Unterschied zwischen drinnen und draußen braucht.
- Wie lange die Wärme unterwegs ist — ein Heizkörper reagiert in Minuten, ein Fußboden erst nach Dutzenden Minuten.
- Wie viel noch nachkommt — der Boden heizt auch nach dem Schließen des Ventils weiter, deshalb wird früher gedrosselt.
- Was die Sonne beiträgt — nach Wettervorhersage, Ausrichtung der Fenster und danach, wie die Jalousien gerade stehen. Ein Raum ohne Jalousien lernt selbst, zu welchen Stunden ihm die Sonne hilft.
Die Art des Raums zählt auch anderswo: Muss für die Wärmepumpe etwas offen bleiben, fällt die Wahl auf Bad oder Flur, nicht auf das Schlafzimmer.
Ein sonniger Wintertag als Modell, Wunschtemperatur 22 °C. Berechnet an einem vereinfachten Raummodell, keine Messung in einem Haus.
Das Modell zeigt auch eine ehrliche Grenze. Heizkörper lassen sich fast auf einer geraden Linie halten. Ein Betonboden ist träge, gegen die Mittagssonne kommt bei ihm keine Regelung an — der Unterschied ist, dass die Temperatur zwischendurch nicht um ein Grad absackt.
Wie viel spart das? Eine Schätzung, kein Versprechen
Kontinuierliche Regelung erzeugt Wärme nicht billiger. Sie spart anders:
- Sie müssen kein Grad zur Sicherheit draufgeben. Ein üblicher Thermostat lässt die Temperatur schwanken, und wegen der Einbrüche stellt man höher ein. In unserem Modell hält die kontinuierliche Regelung bei gleicher Einstellung die niedrigste Temperatur etwa ein halbes Grad höher. Und Chytrá volba, das Energieberatungsportal des tschechischen Ministeriums für Industrie und Handel, gibt an, dass ein Grad weniger rund 6 % weniger Heizkosten bedeutet.
- Es wird nicht gegen die Sonne geheizt. Was die Sonne durchs Fenster liefert, muss der Kessel nicht liefern.
- Der Kessel heizt in längeren Abschnitten. Ein Teil der Verluste aus kurzen Starts fällt weg — Kesselhersteller bringen diese Starts mit höherem Verbrauch in Verbindung.
Zusammen mit dem Heizplan erwarten wir eine Einsparung von einigen Prozent, als Richtwert 5–10 % der Heizenergie. Dieselbe Spanne nennen wir auch an anderen Stellen der Website. Es hängt vom Haus ab, vom Wärmeerzeuger und davon, wie Sie bisher geheizt haben. Eigene Messungen aus einer ganzen Heizsaison haben wir noch nicht, deshalb sprechen wir von einer Schätzung. Einen konkreten Betrag versprechen wir nicht.
Was Sie fragen sollten, bevor Sie smarte Ventile kaufen
Ein smartes Ventil ist nichts Schlechtes. Schlecht ist, wenn im Haus niemand das Ganze im Blick hat. Bevor Sie sich Ventile zulegen — von uns oder von wem auch immer —, fragen Sie nach drei Dingen:
- Weiß der Wärmeerzeuger, welche Ventile gerade offen sind?
- Wer achtet darauf, wie lange der Kessel heizt und wie oft er zündet?
- Was passiert, wenn alle Ventile gleichzeitig schließen?
Die Heizung ist ein Ganzes. Ventile, Kessel und Wärmepumpe sollten auf ein Gehirn hören, das Timing und Schutz im Blick hat.
Sie bauen oder sanieren? Der beste Moment für diese Fragen ist vor der Elektroplanung. Dann wird entschieden, wo die Kabel zum Heizkreisverteiler und zum Kessel verlaufen.
Quellen
- heizung.de (Viessmann): Modulation – Regulierung der Heizleistung
- GT Energy: Akumulační (taktovací) nádoba pro tepelné čerpadlo (auf Tschechisch)
- TZB-info: Nečekejte na topnou sezonu. Problémy s termostatickou hlavicí řešte včas (auf Tschechisch)
- Chytrá volba (MPO): Vytápění a regulace teploty (auf Tschechisch)


